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Jungle Yard Sound (Interview)

Für den ersten Sound Suggest Beitrag habe ich mich mit Mardin, Selecta des Upcoming Sound "Jungle Yard", in Dortmund getroffen und konnte ihm ein paar Fragen stellen. 

Wie ist euer Sound entstanden und was sind eure momentanen Ziele?


Louis und Ich haben unseren Sound letztes Jahr im Oktober gegründet. 3-4 Monate vorher haben wir uns darüber Gedanken gemacht, wie es wäre, wenn wir einen Sound gründen würden, da wir früher auf vielen Dances waren und privat auch viel aufgelegt haben. Ob das jetzt bei Uni oder Schulparties war. Es kam dann dazu, dass wir uns mehr mit Reggae und Dancehall auseinandergesetzt haben. Vor allem, da Louis 4 Monate in Kingston, Jamaika als „Musiker Ohne Grenzen“, Kindern Gitarre bei gebracht hat und er dadurch schon eine längere Begeisterung zu der Musik hatte, als ich. Ich kam quasi aus der Hip Hop Schule. Vor 5-6 Jahren habe ich dann angefangen mich mit der Musik auseinander zusetzten und da war das halt schon sehr praktisch. Wir haben uns irgendwann gedacht, wir sind beide ambitioniert und auch auf irgendeine Art und Weise talentiert, so dass wir uns dann sagen konnten, wir fangen einen Sound an. Louis am Mic und ich als Dj, was dann auch gut harmonierte, da wir gute Freunde sind und uns musikalisch gut verstehen war das einer der Gründe, dass wir den Sound gründen. Unsere Ziele sind geduldig zu bleiben, jeden Schritt nach einander zu gehen und nicht zwei, drei auf einmal zu gehen, sondern step by step und sich einfach irgendwann zu etablieren. Natürlich nicht neben den ganzen großen Sounds, dafür braucht man Jahre, bzw. Jahrzehnte, um da anzukommen, sondern als Ziel einfach nur zu lernen, viel mit zunehmen und sich mit Leuten zu verstehen. Neue Freundschaften zuknüpfen und sich mit den Leuten über die Musik zu unterhalten, die wir halt auch alle lieben. Im Großen und Ganzen zu lernen, sich zu etablieren und immer wieder auf Dances aufzulegen und sich einen Namen zu machen, das sind unsere jetzigen Ziele.


Was fasziniert dich an der Reggae & Dancehall Kultur?


Wenn ich an meine ersten Parties mit 16-17 denke, auf den Dances von I-Motion Sound, damals noch im Inside oder bei der „Bun Dem“-Party in der Suite in Dortmund, war für mich die Faszination immer, wie viel Freude die Leute an der Musik hatten. Das die Stimmung nicht angespannt war, sondern eine sehr friedvolle Atmosphäre. Jeder kannte jeden, man hat sich begrüßt und mit offenen Armen empfangen, selbst wenn du als Neuling rein kamst. Ich erinnere mich noch an meinen ersten Dance damals 2011 in der Suite mit Sentinel Sound, wir waren total begeistert, dass die Leute sich um 4-5 Uhr umarmt haben und ich mir dachte, krass ich fühl mich hier wohl und bin ab dem Zeitpunkt immer mehr in die Dancehall Schiene gegangen. Ich hab dem Hip Hop natürlich nicht meinen Rücken gekehrt aber es war für mich klar, dass ich immer mehr auf diese Schiene abfahre. Vor allem auf Festivals war es schön Familien mit ihren Kindern zu sehen. Im Hintergrund läuft Anthony B oder Raging Fyah und die Kinder auf der Wiese spielen Fußball. Das hat man auf keinen anderen Festivals, außer bei Reggae und das war eines der schönsten Sachen, die mich richtig begeistern konnten. Auch der Zusammenhalt im Reggae & Dancehall Business, da die Szene recht klein ist aber dafür sehr kompakt und das ist eines der Sachen für die ich mich begeistere.


Wie entstand die Freundschaft zu Supertuff Sound?


Das war relativ lustig, ich kam 2013 nach Münster und bin 2 Monate später zur Lion Paw gegangen und kannte die Party nicht, hab davon noch nie mitbekommen. Eigentlich total die Schande, dass man in Münster ist, Reggae & Dancehall hört und die Lion Paw nicht kennt. Ich erinnere mich noch, dass ich mir im Dezember 2013 einen Mittelfußbruch geholt habe. An dem Tag hatte ein Kollege Geburtstag, welchen wir bei der Lion Paw gefeiert haben. Es war ein kranker Dance und ich bin mit meinen Krücken mega ausgerastet. Alle Schmerzen vergessen, war sehr cool. Ich bin dann jeden Monat hingegangen, habe Leute kennen gelernt und nachdem wir unseren Sound gegründet haben, hab ich ein paar Monate gewartet bis ich U-Tek angeschrieben habe und gefragt habe, ob wir bei ihm das Warm Up spielen könnten. Als er sagte, dass es im Februar ging, war ich mega froh dadrüber. Das war ziemlich cool, weil ich mir dachte du spielst auf deinem Lieblingsdance, vor vielen Freunden und machst das Warm Up. Dazu kam noch das Warrior Sound auch da war. Das war natürlich sehr lustig und es hat sehr viel spaß gemacht. Ich hab mich getraut U-Tek dann mal zu fragen, ob ich ihn kennenlernen darf. Er war unterwegs zum Plakatieren und ich bin mitgegangen und es war super cool. Wir waren 4-5 Stunden unterwegs und haben total viel geredet, nicht nur über Musik, sondern auch über Basketball, Uni und Familie. Einfach das was wir so im Leben erleben. Daraus ist dann eine coole Freundschaft entstanden und wir gehen fast regelmäßig Basketball zocken und treffen uns mal zum Essen oder hängen auch mal so ab und plakatieren gerne mit Josh und es macht immer noch Spaß. Dadurch schätze ich es auch sehr, dass die Jungs mir viel beibringen, musikalisch gesehen als auch, wie das Business funktioniert, so dass ich viel von ihnen lernen kann. Ich werde allerdings nie so gut jamaikanisch kochen, wie Jah-T das macht (lacht). Es ist trotzdem immer cool zusehen, wie das Ganze funktioniert und man sich auch neben der Musik so gut versteht. Im Basketball zieh ich U-Tek auch immer mal wieder ab. Wir sind beide ziemlich ehrgeizig, somit wissen wir ganz genau, wie man den anderen beim Basketball ärgern kann (lacht). Somit ist im Endeffekt eine sehr gute Freundschaft entstanden mit sehr viel Vertrauen, unabhängig von der Musik, so was wir erleben. Es ist bereichernd die Jungs kennengelernt zu haben und man sich nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich super verstehen kann.


Wo liegt der Fokus in deiner Selection?


Wenn ich einen ganzen Abend auflegen kann ist es für mich wichtig, dass man am Anfang ein guten Vibe mit den Leuten herstellt. Nicht nur mit den Leuten auf dem Dance, sondern auch mit den DJ's mit denen man auflegt. Dass man bestimmte Tunes spielt, die man kennt, auf die man bock hat und lange nicht mehr gehört hat. So dass man sich denkt, geile Sachen, die kann man halt immer wieder spielen. Da ist mein Fokus am Anfang sehr drauf. Einfach, dass man die Leute dann mitnimmt. Wenn man bedenkt, eine Selection ist wie eine Achterbahnfahrt. Man kann mit Old School Dancehall anfangen, dann geht man zu One Drop und New School, vielleicht eine halbe Stunde Afrotrap. Eine Art Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen. Das man richtig abgehen aber auch gleichzeitig wieder entspannen kann. Mir ist wichtig, dass man alle mitnimmt, ob das jetzt ein Hip Hopper, Rocker oder Reggae/Dancehall Typ ist. Mein Fokus ist auch, das die Leute einfach spaß haben. Bock haben zu tanzen und mitzusingen. Dass sie Lust auf eine coole Fahrt haben. Das ist das Schöne, wenn man eine Selection hat, bei der die Leute die Tunes kennen und sich mit der Szene auseinandersetzen. Da liegt mein Fokus in der Selection.

Ich bedanke mich bei Mardin für's Zeit nehmen und das nette Gespräch. Wer mehr von ihm hören möchte empfehle ich seinen aktuellen "Live Reggae Warm Up Mix" auf Soundcloud. Ebenfalls möchte ich noch auf die "Vibes Corner" aufmerksam machen, die heute ihren Kick-Off hat und ab Januar 2018 jeden vierten Freitag im Monat auf dem zweiten Floor des AMP in Münster stattfinden wird. Mardin, Nukem (Wild Lion Sound), U-Tek und Josh (Supertuff Sound) werden sich regelmäßig abwechseln und euch einen Tanzflächen tauglichen Mix aus Reggae & Dancehall bieten. Nice it nice!