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Soundvalley Movement (Interview)

Ich hatte die Freude mich mit Mike von Soundvalley Movement, zu seiner Jamaika Reise auszutauschen. Was dabei rumkam könnt Ihr hier lesen. Big up nach Wuppertal!

Soundvalley Movement


Greetings So Gesehen Family! Erstmal vielen Dank und Big Up für die Interview Anfrage. Kurz zu meinem Sound. Soundvalley Movement wurde Ende 2011 von mir in Wuppertal gegründet. Seit dem hatte ich das Vergnügen in Ländern wie Jamaika, Österreich, der Schweiz, Niederlande und in vielen Städten quer durch Deutschland mein Können beweisen zu dürfen. Auch meinen ersten Soundclash habe ich letztes Jahr gespielt und konnte die Trophy mit nach Hause nehmen. 2015 haben Ruffcut Sound und Ich uns als Promoter zusammen getan und die Plattform „Ruffvalley Music“ gegründet um Reggae & Dancehall Kultur in Wuppertal zusammen zu pushen. Als Ruffvalley Music veranstalten wir regelmäßig Events wie z.B. den „Big League Soundclash“ oder die Dancehall Reihe „Loud Up!“, die jeden 1. Samstag im Monat im Klub statt findet.   


Wie lange warst du auf der Insel und in welchen Landkreisen hast du dich größtenteils aufgehalten?


Dieses Jahr war ich für 3 Wochen mit meiner Freundin auf der Insel. Wir haben ein paar Tage in Montego Bay verbracht. Den größten Teil waren wir aber in Saint Elizabeth, Kingston und Portland unterwegs.


Ich glaube es ist der Traum eines jeden Selecta der außerhalb von Jamaika lebt, mal da gewesen zu sein und vor allem dort aufzulegen. Wie kam die Verbindung zu dem legendären Soundsystem „Stone Love“ bei dem du 2016 deinen ersten Dance auf der Insel gespielt hast?


Der Link kam durch meinen guten Freund Peter Metro zustande. Er wusste, dass ich nach Jamaika komme und gerne irgendwo spielen würde, da hat er sich für mich umgehört. Ein paar Wochen vor Abflug hat er mich dann nochmal angerufen.  Er hat sich mit Father Wee Pow von „Stone Love“ getroffen und es gäbe die Möglichkeit bei deren legendären Regular Dance  „Weddy Weddy“ zu spielen. Die Chance konnte ich mir auf jeden fall nicht entgehen lassen. Da ist schon ein riesen Traum für mich in Erfüllung gegangen. Seit dem ist der Link strong und ich habe auch dieses Jahr wieder 2 mal mit Stone Love auflegen dürfen.


Du hast bei 5 Dances über der ganzen Insel verteilt gespielt. Wie kann man sich einen jamaikanischen Dance, im Vergleich zu deutschen Verhältnissen vorstellen?


Es laufen auf jeden fall deutlich mehr New Tunes als bei uns. Die Massive fordert es aber auch so. Wenn du da nen Set in der Primetime nur mit Classics oder 90´s versuchst abzureißen wird das nichts und die crowd ist schnell gelangweilt. Grade im Early Segment wird aber auch viel alter Soul, RnB, Funk, Pop & Hip Hop gespielt. Bei den Uptown Dances gibts zur Primetime auch immer viel aktuellen US Rap & Trap, was aber persönlich nicht so mein Fall ist. 


Wie ist die Verteilung bei den Radio- und TV-Sendern. Läuft Reggae & Dancehall gleich viel oder ist Reggae selbst auf Jamaika ein Underground Phänomen?


Kommt immer darauf an welchen Sender du zur welchen Uhrzeit hörst. Ich hatte das Gefühl das morgens bzw. mittags mehr Reggae lief aber insgesamt hat Dancehall schon ganz klar überwogen. Warscheinlich liegts aber auch daran das einfach nicht mehr so viel Reggae Musik im Gegensatz zu Dancehall released wird.


Welche Tunes laufen auf der Insel momentan auf „heavy Rotation“?

Dre Island & Popcaans „We Pray“, Vybz Kartels neuer Hit „Mhm Hm“ und natürlich Aidonia's „Yeah Yeah“  sind mir besonders hängen geblieben. Wenn die Tunes liefen gabs Forwards aus jeder Ecke… Natürlich liefen auch viele andere Tunes, besonders die Riddims der letzten Monate mit Artist wie Mavado, Alkaline, Masicka usw. liefen auf heavy Rotation.


Gab es bei deiner Reise weitere besondere Ereignisse oder persönliche Highlights für dich? 


Als ich auf einem Dance in Trenchtown gespielt und grade den Real Rock Riddim gejuggelt habe kam auf einmal Lone Ranger ans Mic gesprungen. Er fing an in seinem unverwechselbaren DJ Style auf dem Riddim zu flexen. Dann sind noch Peter Metro und Tinga Steward eingestiegen und es hat sich plötzlich der ganze Platz in einem Halbkreis um uns versammelt und Forwards gegeben. Das war auf jeden fall ein besonderer Vibe den man glaub ich so nur auf Jamaika im Yard erleben kann.


Am 20. Oktober kam zu den Dances noch ein Soundclash in St. Elizabeth zustande. Wie lief es da ab? 


Der Clash wurde ungefähr eine Woche vor dem Termin bestätigt. Ich habe trotz der kurzen Vorbereitungszeit den Clash sofort zugesagt, da es schon immer ein Traum von mir war auf Jamaika zu clashen. Leider war die Promotion für die ganze Nummer nicht wirklich gut und der ganze Ablauf auch nicht wirklich geplant. Als ich an der Location ankam waren ca. 30-40 Lokale Jamaikaner vor Ort. Meine Gegner waren DJ Ansman, ein Belgischer Selecta der seit 6 Jahren auf Jamaika lebt und Selecta Oga vom Jah Works Soundsystem aus Osaka, Japan. Ich habe die erste 20 Minuten Runde gestartet. Viele Foundation & Early Dancehall Dubs und es gab auch relativ schnell die ersten Forwards. Da die ganze Sache unter freiem Himmel stattfinden sollte und es plötzlich wie verrückt angefangen hat zu Regnen, musste die ganze Aktion dann in den Innenbereich verlegt werden. Das hat dann leider ein bischen den Vibe gekillt und es sind auch schon die ersten nach Hause gegangen. Da die Zeit dann knapp wurde hat jeder Sound noch zwei 20 Min gespielt. Es war relativ schnell klar das Ansman nicht wirklich klar war in was er da reingeraten ist. Ein paar Classic Jammys 45´s, ein bischen 90´s Dancehall und viele aktuelle Dancehall Tunes die nicht wirklich was mit Soundclash zu tun hatten. Jah Works war auf jeden fall geladen und motiviert. Nach den 2 Runden wurde dann vom „Host“ bestimmt das Jah Works und ich ins Dub Fi Dub gehen. Wie viele Tunes…keine Ahnung aber wir sollten erstmal starten. Wie gesagt, die ganze Nummer schien mir nicht wirklich durchgeplant. Nach ca. 15 Dubs auf jeder Seite wurde dann abgestimmt. 3 Hände für mich (Welche zu meinen Links bzw. Freunden gehört haben) und 0 für Jah Works. Die anderen Leute hatten irgendwie keine Lust sich am Voting zu beteiligen. Da ich aber nicht das Gefühl hatte, dass es einen richtigen Gewinner gab, haben wir beschlossen das ganze nochmal in einem Rematch auszutragen lol . Obwohl die ganze Sache organisationstechnisch eine Katastrophe war, konnte ich auf jeden fall ein paar neue Fans gewinnen und es war definitiv eine gute Erfahrung für meinen Sound.


Am 11. November wirst du gegen „Beatstreet“ Im Rude7 in Mannheim clashen. Nach dem Jamaika Aufenthalt bist du bestimmt bestens vorbereitet und auch gut in Stimmung. Was versprichst du dir von dem Clash?

 

Was ich mir verspreche? Die Trophy! Die Zeit auf Jamaika hat vor dem Clash auf jeden fall gut getan. Ich konnte einige Dubplates cutten die mir noch gefehlt haben und hatte genug Zeit um mir Gedanken über meine Performance und Speeches zu machen. Das Date für den Clash war auf jeden fall perfekt abgepasst und ich freue mich schon darauf im November wieder in die Arena zu steigen.



Danke an Mike für die interessanten Eindrücke aus Jamaika!